Berufsbild SpielgruppenleiterIn
Die Erfahrungen, die ein Kind in der Spielgruppe macht, sind prägend. Darum ist das Begleiten von drei – bis fünfjährigen Kinder eine wichtige und verantwortungsvolle Aufgabe. Diese Tätigkeit wird meist als Teilzeitberuf neben dem Elternsein ausgeübt.
Vorbildung
Praktische Erfahrung mit Kindern, entweder als Mutter/Vater und/oder in einem anderen erzieherischen Bereich.
Berufsanforderungen
Das Wichtigste in der Spielgruppe ist die Beziehung zu und unter den Kindern und weniger das Vermitteln eines Stoffes. Darum braucht es eine offene Haltung der Leiterin, ihre Bereitschaft und Fähigkeit, sich in Kinder und Eltern einzufühlen, Zuneigung, Echtheit, Toleranz und Geduld. Sie braucht die Fähigkeit, einfühlend mit den Kindern zu sein und sie zu begleiten, ohne selbst aktiv das Spielgeschehen gestalten zu müssen. Sie gibt dadurch dem Kind Sicherheit, so dass es selbst aktiv werden kann. Kleine Kinder sind sehr spontan. Die Leiterin muss die Fähigkeit haben, auf die wechselnden Bedürfnisse flexibel zu reagieren.
Daneben braucht sie eine gute Beobachtungsgabe u, um individuelle und Gruppenprozesse wahrzunehmen. Dies bedingt die Bereitschaft, ihre Arbeitsweise und persönliche Haltung immer wider mit andern zu reflektieren und sich weiterzuentwickeln.
Sie ist kontaktfreudig und hat die Fähigkeit und die Bereitschaft, mit Eltern zusammenzuarbeiten und Konflikte auszutragen. Zum Leiten einer Spielgruppe braucht es eine belastbare, konfliktfähige, selbständige Persönlichkeit. Da sie die Gruppe oft selbständig führt, braucht sie organisatorisches Geschick für die administrativen Arbeiten.
Berufsausbildung
Das Leiten einer Spielgruppe ist meist ein Zweitberuf in Teilzeitarbeit. Der Beruf der Spielgruppenleiterin ist vom BBT (Bundesamt für Beruf und Technik) nicht anerkannt. Aus- und Weiterbildungskurse sind nur im Kanton Freiburg obligatorisch, für eine qualitativ gute Arbeit aber unumgänglich. In der praktischen Arbeit kann die Leiterin durch Praxisberatungsgruppen und Weiterbildungskurse begleitet werden und dadurch ihre Arbeit laufend überprüfen und verbessern.
Berufsbeschreibung
Die ersten sechs Jahre sind für das Kind eine Phase von intensivem Spiel und Kreativität. Sein Leben ist Spiel, das heisst, es lernt durchs selbst gewählte Spielen mit andere Kindern. Die Leiterin unterstützt diese freie Spielaktivität der Kinder. Sie ist vor allem Beobachterin, denn ihre Tätigkeit geht von den Kindern und der Gruppenaktivität aus. Durch intensives Beobachten nimmt sie die Bedürfnisse wahr und stellt entsprechende Spiel- und Werkmaterialien bereit. Sie bietet den Kindern viel Freiraum und Material für Entdeckungs- und Entfaltungsmöglichkeiten an und verzichtet auf Lernzwang.
Die Spielgruppenleiterin pflegt einen lebendigen Austausch mit den Eltern an regelmässigen Elternveranstaltungen und bei der Mithilfe der Eltern in der Spielgruppe. Sie bespricht mit Eltern Erziehungsfragen und sensibilisiert für die Bedürfnisse des Vorschulkindes. Die Spielgruppenleiterin organisiert den Aufbau der Spielgruppe, das Einrichten des Raumes und die administrativen Arbeiten. Sie erstellt den Rahmen, innerhalb dem Kinder und Eltern neue Kontakte und Erfahrungen machen können.
Verwandte Berufe
Umsteigerinnen (z.B. Kindergärtnerinnen oder Lehrerinnen) müssen bereit sein, sich mit einer neuen Altersstufe vertraut zu machen, sich auf eine andere Arbeitsweise umzustellen und dazu zu lernen.
Arbeits- und Berufsverhältnisse
Eine Spielgruppenleiterin kann selbständig arbeiten oder wird von einer Elternorganisation oder einer gemeinnützigen Institution angestellt. Die Entlöhnung ist sehr unterschiedlich und reicht meist nicht für einen Lebensunterhalt, da in der Regel nicht mehr als 1 – 3 Gruppen parallel geführt werden sollen, weil sonst die Qualität sinkt. Die Tätigkeit als Spielgruppenleiterin ist ein Teilzeitberuf.
(Zusammengestellt von: Spielgruppenleiterinnen, Spielgruppen-Kontaktstellen, Vertretern von Marie Meierhofer-Institut und Pro Juventute-Zentralsekretariat, Spielgruppenausbildnerinnen)