Isabelle Sproll-Imhasly, Laura Messina und Jeannette Papadopoulos

In dieser Folge sprechen die drei individualpsychologischen Beraterinnen Laura, Jeannette und Isabelle über das spannende Thema «Prüfungsangst und ihre Wirkung».
Eine gewisse Nervosität vor Prüfungen ist normal und kann uns sogar helfen, bessere Leistungen zu erbringen. Wenn die Angst jedoch übermässig stark wird, kann sie zu einer echten Belastung werden. Typische Reaktionen sind Blackouts, Herzrasen, Zittern, Atemnot oder starke Konzentrationsprobleme.
Die Gedanken drehen sich oft um Selbstzweifel wie: «Ich bin nicht gut genug», «Ich werdeversagen» oder «Was denken die anderen über mich?». Diese Gedanken lösen starke Gefühle wie Angst, Stress oder Druck aus, die wiederum unser Verhalten beeinflussen. Im Extremfall führt dies dazu, dass wir uns blockieren oder unser Wissen nicht mehr abrufen können.
Aus individualpsychologischer Sicht liegen die Ursachen häufig in unserem Lebensstil – also in den Überzeugungen, die wir in frühen Jahren über uns selbst, die anderen und die Welt entwickelt haben.
Prägende Erfahrungen, beispielsweise in der Schule oder im Elternhaus, können dazu führen, dass wir uns in Leistungssituationen unsicher, ausgeliefert oder nicht gut genug fühlen. Daraus entstehen Überzeugungen wie: «Ich bin unfähig» oder«Ich darf keine Fehler machen». Diese inneren Einstellungen erzeugen einen hohen Druck, der sich in Prüfungssituationen verstärkt zeigt.
Ein wichtiger Schritt ist es, die eigenen Gedanken bewusst wahrzunehmen und zu hinterfragen. Denn wenn wir verstehen, welche Überzeugungen hinter unserer Angst stehen, können wir beginnen, neue, unterstützende Gedanken zu entwickeln.
Wenn wir zum Beispiel lernen, Gedanken zu denken wie: «Ich bin fähig», «Ich vertraue mir» oder «Ich bin richtig, so wie ich bin», verändert sich auch unser emotionales Erleben. Es entstehen mehr Ruhe, Zuversicht und Handlungsspielraum.
Neben der inneren Arbeit ist es auch wichtig, sich gut vorzubereiten, sich selbst mit Mitgefühl zu begegnen und den Fokus nicht auf Perfektion, sondern auf Entwicklung zu richten.
Die gute Nachricht ist, dass wir lernen können, anders mit Prüfungen umzugehen. Indem wir unsere inneren Muster erkennen und verändern, wird es möglich, mit mehr Gelassenheit und Vertrauen in Prüfungssituationen zu gehen.
Viel Spass beim Reinhören!
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Gastgeberinnen
Laura Messina, individualpsychologische Beraterin AFI in eigener Praxisin Geroldswil, mit den Themen berufliche Neuorientierung, Berufung undPersönlichkeitsentwicklung.Jeanette Papadopoulos, individualpsychologische Beraterin AAI in eigenerPraxis in Jona mit dem Fachbereich Erziehung.Isabelle Sproll-Imhasly, Individualpsychologische Beraterin AFI ineigener Praxis in Interlaken mit den Themen Paare, Singles und Veränderung.
Dieser Podcast wird durch die Schweizerische Gesellschaft für Individualpsychologie nach Alfred Adler (SGIPA) ermöglicht.

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